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Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0

Digitalisierung sowie neue Ansätze der Informations-, Kommunikations- und Medientechnik verändern die Produktion und das Verhältnis von Menschen und Maschinen. Das Schlagwort dafür ist Industrie 4.0. Diese Entwicklung ändert auch den Anspruch an die Ausbildung. Eine Studie unter der Leitung der Fachhochschule St. Pölten erhob das Angebot der einschlägigen Bildungsangebote in Österreich, verglich dieses mit dem Bedarf der Unternehmen und leitete Empfehlungen ab. Drei Viertel aller Befragten aus Unternehmen erachten Digitalisierung als relevant für ihre Firma.
Die fortschreitende Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik geht einher mit rasanten Fortschritten im Bereich der Digitalisierung. Prozesse der industriellen Produktion werden zunehmend vernetzt, automatisiert und digitalisiert. Dies ändert die Nachfrage der Industrie nach bestimmten Qualifikationen: Die neuen Formen der Produktion benötigen erweiterte bzw. alternative Kompetenzen.
Die Studie "Anwendungsfallbasierte Erhebung industrie-4.0-relevanter Qualifikationsanforderungen und deren Auswirkungen auf die österreichische Bildungslandschaft" (AEIQU) erhob, welche Qualifikationen MitarbeiterInnen für die Industrie 4.0 benötigen. Bestehende Aus- und Weiterbildungsangebote wurden in Form einer Bildungslandkarte dargestellt.

Neue Qualifikationen gefragt

Mit der Industrie 4.0 ändert sich die Nachfrage nach bestimmten Qualifikation. Jene nach IT-Kompetenzen wie IT-Sicherheit, Mechatronik und den Umgang mit digitalen Technologien wird laut der Studie stiegen. Neben fachlichen Qualifikationen seien jedoch auch Prozess- und Projektmanagement, Interdisziplinarität, Kommunikation und Teamfähigkeit zunehmend gefragt.

Übersicht der Bildungsangebote

Die Studie hat für den tertiären Sektor, Schulen, Lehre und betriebliche Weiterbildung Angebote erhoben, die relevant für die Industrie 4.0 sind. Von insgesamt 34 Universitäten in Österreich zum Beispiel bieten zehn industrie-4.0-relevante Studienprogramme an. Mit 53 Prozent wird mehr als die Hälfte der entsprechenden Studien in Wien und Graz angeboten. Von den insgesamt 21 Fachhochschulen bieten 15 Fachhochschulen industrie-4.0-relevante Studiengänge an. Das größte Angebot findet sich hier in Oberösterreich. Die Studie schlägt auch Maßnahmen für Bildungseinrichtungen vor, damit das Ausbildungsangebot zeitgemäß und industrie-4.0-tauglich ist: So sollen etwa Interdisziplinarität, lebenslanges Lernen, einfachere Übergänge, Durchlässigkeit, fachbereichsübergreifende Wissensvermittlung, Fremdsprachen und interkulturelle Kompetenzen gefördert werden.
Die Studie wurde vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) finanziert, von der FH St. Pölten koordiniert und in Kooperation mit dem Industriewissenschaftlichen Institut (IWI), dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und der Accord Group ECE Austria GmbH durchgeführt. Untersucht wurden drei Betätigungsprofile: Menschen, die in der Produktion direkt an Maschinen arbeiten, Menschen, die indirekt mit der Produktion zu tun haben, zum Beispiel in Instandhaltung und Qualitätssicherung, und alle anderen MitarbeiterInnen. Befragt werden für die Studie Expertinnen und Experten aus circa 40 Klein-, Mittel- und Großunternehmen, darunter etwa die Andritz AG, AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, ABB, BRP Powertrain, Fronius International, Robert Bosch, Voestalpine und Wienerberger.

Webseite zum Projekt: https://www.fhstp.ac.at/aeiqu

Link zur Studie: "Anwendungsfallbasierte Erhebung Industrie-4.0-relevanter Qualfikationsanforderungen und deren Auswirkungen auf die österreichische Bildungslandschaft"

Autor: red.
07.02.2018